Mehr als 500 Menschen gegen Räumung auf der Straße!

Nach der Räumung der beiden besetzten Wohnungen in Stuttgart-Heslach heute morgen versammelten sich um 19:30 mehrere Hundert Menschen vor den geräumten Wohnungen in der Wilhelm-Raabe-Straße 4. Im Laufe der Route kamen immer mehr Menschen hinzu, sodass zwischenzeitlich über 500 Menschen demonstrierten. Im Verlauf kam die Demonstration an zwei seit Jahren leerstehenden Häusern im Böhmisreuteweg und in der Hahnstraße vorbei. Diese wurden mit aufgeklebten Zetteln und Kreidespray markiert, um auf den Leerstand tausender Wohnungen aus spekulativen Zwecken sowie die Wohnungsnot aufmerksam zu machen.

Das gleiche geschah mit der Mauer des Hofbräu-Areals in der Böblingerstraße 104. Der Verwaltungskomplex steht leer und soll einem neuen Bauprojekt weichen. Aldi Süd will hier einen Discountermarkt und einen Wohnpark mit 55 teuren Eigentumswohnungen bauen. Über den lächerlichen Bau von vier (!) geförderten Wohnungen streicht Aldi Süd hierfür staatliche Zuschüsse ein. Hier wird noch einmal deutlich was mit dem von Stadt und Immobilienfirmen als Lösung propagierten Neubau von Wohnungen gemeint ist. Neue Wohnungen, die sich keine Normal- geschweige denn Geringverdiener leisten können, werden mit sozialem Wohnungsbau in homöopathischer Dosis kombiniert und so auch noch von der Stadt gefördert. Das ist keine Lösung, das ist ein Teil des Problems.

Im Verlauf der Demonstration wurde immer wieder betont, dass es eben nicht nur um die nun geräumten Wohnungen gehe. Das Problem ist das System des Wohnungsmarktes, der Profite über ein menschliches Grundbedürfnis stellt. Man müsse aktiv werden, hieß es in einer Rede des BesetzerInnenkollektivs auf dem Marienplatz: „Wenn wir uns nicht bewegen, dann bewegt sich gar nichts!“.

Und weitere Aktionen werden folgen: Am 14. Juni findet vor dem Rathaus eine Kundgebung mit Kulturprogramm statt. Hier sollen Menschen zusammenkommen, diskutieren und zeigen, dass sie sich die Auswirkungen eines profitorientierten Wohnungsmarktes nicht gefallen lassen. Die Kundgebung wird maßgeblich vom Aktionsbündnis Recht auf Wohnen organisiert und wir als BesetzerInnenkollektiv werden uns daran mit Aktionen und Inhalten beteiligen. Zeitgleich tagt im Rathaus eine Gemeinderatssitzung zur Situation auf dem Wohnungsmarkt. „Während die im Rathaus heiße Luft produzieren, erarbeiten wir auf dem Marktplatz reale Perspektiven des Widerstands.“ so Anton Zimmer, ein Besetzer.

Näheres zu der Kundgebung am 14.06. folgt noch demnächst. Auch in der Zwischenzeit wird es wohl weitere Aktionen geben… bleibt gespannt und informiert!