Eigentümer der Forst140 weiter unbekannt – Forderungen an Stadt

Die Aktionsgruppe Leerstand zu Wohnraum erklärte in eine Pressemitteilung:

Beim heutigen Pressetermin hat die Stadt bestätigt, dass das seit Samstag besetzte Haus in der Forststraße 140, im Stuttgarter Westen, in privaten Besitz ist. Dies ist keine sonderlich erhellende Information, bestätigt es doch nur, dass es sich nicht in öffentlicher Hand befindet. Immer noch unklar ist ob es sich bei dem Eigentümer etwa um eine Privatperson oder eine Immobilienfirma handelt. Die Stadt gibt weiter an, dass bereits seit eineinhalb Jahren eine Baugenehmigung für eine Generalsanierung vorliege und „demnächst“ mit der Renovierung begonnen werden solle. Auch diese Aussage bleibt vollkommen unverbindlich.

Warum ist hier eineinhalb Jahre lang dann nichts geschehen? Wann soll es denn losgehen? Sollen die Wohnungen, von denen einige noch in gutem Zustand sind, luxussaniert und zu unbezahlbaren Preisen vermietet oder verkauft werden?

Laut Nachbarinnen und Nachbarn steht das Haus schon seit etwa zwei Jahren komplett leer. Einige Wohnungen sind anscheinend schon seit Jahrzehnten unbewohnt. Darauf deuten Zeitungen und Postsendungen hin, die noch in den Briefkästen steckten. Zum Teil wurden diese noch vor der Euro-Einführung frankiert, die ältesten sind von 1998.

Im Gegensatz zu den immer noch unbekannten Eigentümern, nehmen wir den Leerstand ernst und werden am kommenden Wochenende renovieren. Hierzu haben schon etliche solidarische Menschen aus der Nachbarschaft und ganz Stuttgart ihre Unterstützung zugesagt. Einige der Wohnungen werden so schon ab nächster Woche quasi bezugsbereit sein. Was Stadt und Eigentümer jahrelang nicht hinbekommen haben oder nicht hinbekommen wollten, schaffen wir alle gemeinsam in einer Woche.

– Diese Wohnungen können und müssen unverzüglich in bezahlbaren (!) Wohnraum umgewandelt werden. Mit luxussanierten Altbauwohnungen zu unerschwinglichen Preisen ist gerade im Stuttgarter Westen niemandem geholfen. Das solche aber hier entstehen sollen, davon ist auszugehen, wenn ein komplettes Haus in Stuttgart West grundsaniert werden soll. Angebote für solche Wohnungen gibt es genug, leisten kann sich das eigentlich niemand. Am Ende freuen sich wieder nur die Reichen und Spekulanten.

– Wenn sich der Eigentümer nicht willig zeigt, schnell bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen, muss die Stadt die Konsequenz ziehen und enteignen. Dieses Mittel ist etwa in Hamburg gängige Praxis der dortigen Stadtregierung.

– Tanja Klauke und Rosevita Thomas müssen hier Mietverträge zu leistbaren Konditionen bekommen.

– Stadt und Eigentümer sollen sich auf Gespräche mit Betroffenen von Verdrängung und Leerstand und Vertreterinnen und Vertretern des Widerstands dagegen zur Zukunft der Forststraße 140 einlassen.

– Die Politik muss dafür sorgen, dass es genug und vor allem bezahlbaren Wohnraum gibt. Das dies mit ihrem Kuschelkurs gegenüber Spekulanten und Immobilienhaien derzeit nicht funktioniert, dafür ist die Forststraße 140 ein Musterbeispiel.